25.04.2017 | Personal

Erwartungen haben ist nicht schwer, Erwartungen sagen dagegen sehr!

Aus meinem Beraterinnen-Alltag

Menschen gehen oft selbstverständlich davon aus, zu wissen, was der andere erwartet. In der Familie, unter Freunden und auch im Berufsleben.

Wie kommt es dann bloß, dass ich bei meinen Beratungen und Workshops in Unternehmen, immer wieder auf Probleme stoße, die auf unausgesprochenen Erwartungen und Wünschen basieren?

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Wenn ich das Thema „Erwartungen“ im Unternehmen anspreche, werden diese mir gegenüber formuliert. Das Problem scheint aufgedeckt und schnell gelöst zu sein. Doch das Erkennen erweist sich nur als der erste Schritt. Denn in der Folge stellen die Beteiligten fest, dass sie sich nicht trauen, ihre Erwartungen klar und direkt auszusprechen.

Plötzlich kommen Glaubenssätze zutage, die sie daran hindern:
• Als Chef möchte ich nicht autoritär sein.
• Der/die andere weiß doch, was ich erwarte.
• Meine Kollegen/innen sind mit mir auf Augenhöhe.
• Was denken die anderen von mir, wenn ich mich über sie stelle und meine Erwartungen oder Wünsche äußere.
• Ich möchte mich nicht hervorheben. Ich kann doch keine Extra-Wurst verlangen.
• Ich möchte mein Gegenüber nicht verletzen oder herabwürdigen.

Sobald den Beteiligten bewusst wird, welche negativen Auswirkungen diese Glaubenssätze und Verhaltensweisen auslösen, ist die Bereitschaft groß, das eigene Verhalten zu verändern.

In der Folge arbeite ich mit meinen Klienten daran, ihre Erwartungen und Wünsche so auszudrücken, dass der jeweilige Adressat sie als Sachbotschaft hört und ernstnimmt. Dazu gehört die sachlich-beschreibende Formulierung sowie eine wohlwollende und zugleich ehrliche Körpersprache.

„Ehrlich?“ werde ich oft gefragt. „Und was ist mit den Gefühlen, die ich im Griff haben sollte und nicht zeigen möchte?“
Schon sind wir bei den Themen „authentisch Handeln“ und „Glaubwürdigkeit“.
Als Expertin für nonverbale Signale zeige ich auf, dass diese Botschaften vom Zuhörer sowieso zwischen den Zeilen gelesen werden. Sie erzeugen Misstrauen und Energieverlust am Arbeitsplatz. Derartige Gefahren und die resultierenden wirtschaftlichen Verluste sollte sich kein Unternehmen leisten!

Die von mir unterstützte Entwicklung zu verbal und nonverbal ehrlichen Botschaften wird von allen Beteiligten als „Erleichterung“ und „Befreiung“ erlebt.

Das Ergebnis: zunehmend transparente Kommunikation, wachsendes Vertrauen, besseres Miteinander.

#Kommunikation#interne Kommunikation#verbale Kommunikation#nonverbale Kommunikation
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Bettina Melcher
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Bettina Melcher
Beratung in Veränderungsprozessen
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