23.11.2017 | Unternehmensnachfolge

Handlungsoptionen zur Unternehmensnachfolge im Mittelstand - Teil 1/8

Praktische Lösungsansätze
Die Nachfolgeregelung - ein (scheinbar) unlösbares Problem?

Zum Thema Unternehmensübergabe und Nachfolge lassen sich ganze Bibliotheken füllen und man sollte glauben, dass das geballte Wissen hierüber mittlerweile jedem Unternehmer bekannt ist. Jedoch täuscht der Eindruck, oder woran liegt es, daß seit Jahrzehnten Zahlen durch die Presse kursieren, wonach Zigtausende von Unternehmern einen Nachfolger suchen – und viele davon ohne Erfolg oder (eigentlich) zu spät!

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Bildquelle: © iStock.com/amriphoto

Also, woran liegt es, wenn keine Lösungen gefunden werden? Liegt es daran, dass ein ‚richtiger‘ Unternehmer eher seine Tochter verheiratet als seine Firma in andere Hände gibt? Ab und zu hat man diesen Eindruck. Oder liegt es daran, dass Unternehmer nicht altern und immer noch genügend Zeit haben, ihre Nachfolge auf die lange Bank zu schieben? Oder haben sie schlicht Angst davor, ihr Lebenswerk, das sie geerbt oder aufgebaut haben, jemandem Anderen anzuvertrauen oder zu verkaufen? Oder liegt es (nur) am Preis? Die Antwort „Jetzt noch nicht sondern erst später“, hat der Autor in seiner Beratertätigkeit dutzende Male gehört. Aber eine solche Einstellung gefährdet das Unternehmen. An einer rechtzeitig geplanten Nachfolgeregelung führt kein Weg vorbei! Diese muss der Unternehmer frühzeitig planen, sorgfältig vorbereiten und als Krönung seines Erfolgs pro¬fessionell durchführen und sich bei diesem Prozess falls erforderlich beraten, coachen und unterstützen lassen. Dieser Erfolg hängt dabei nicht nur von einer Vielzahl wirtschaftlicher und rechtlicher, sondern gerade auch von persönlichen und häufig emotionalen Aspekten ab. Hierzu zählt das private und familiäre Umfeld des Un¬ternehmers genauso wie gegebenenfalls die Interessen von Mitgesellschaftern und natürlich die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens selbst.

Sechs Lösungsansätze zur Nachfolge im inhabergeführten Mittelstand

Es hilft zu Beginn der Überlegungen -quasi aus der Vogelperspektive- verschiedene Lösungsansätze gedanklich einmal durchzuspielen. Grundsätzliche lassen sich sechs Varianten unter¬scheiden (vgl. Abb. 1). Diese reichen von der Nachfolge innerhalb der Familie über die Einstellung eines Geschäftsführers (mit oder ohne Einbringung des Unternehmens in eine Stiftung) bis hin zum Management Buy-out und Verkauf des Unternehmens. Alternativ kann auch ein Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen die Lösung sein oder in Einzelfällen durch einen Börsengang das Unternehmen verselbständigt werden.

Hanns-Peter Wiese 1 - Abbildung 1: Sechs Varianten der Unternehmensnachfolge – Übersicht
Abbildung 1: Sechs Varianten der Unternehmensnachfolge - Übersicht
Quelle: Eigene Darstellung

Welche dieser Ansätze überhaupt in Frage kommen, hängt vom konkreten Einzelfall ab und zunächst einmal grundsätzlich davon, wie die eigene Chancen-/Risikobereitschaft des Unternehmers ist, seine private finanzielle Ausgangslage und ob das Eigentum in Familienhand in Gänze erhalten bleiben soll oder nicht, oder ob auch Mischlösungen gangbar sind. Mindestens von ebenso grundlegender Bedeutung ist zunächst auch einmal die Frage, ob ein Nachfolger (m/w) aus der Familie überhaupt vorhanden, geeignet und dazu bereit ist? Je nach den Antworten ergeben sich der eine oder der andere Lösungsansatz oder mehrere, die in den folgenden Artikeln beschrieben werden.

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Hanns-Peter Wiese
Autor
Hanns-Peter Wiese
VIRETUM CONSULT
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