13.06.2017 | Organisations- und Prozessberatung

Industrie 4.0 - Von der Inflation der Komplexität

-- Teil 7 von 14 der Artikelserie von Torsten Zimmermann zum Thema Industrie 4.0 --

Bjarne Stroustrup sagte einmal, „Ich habe mir immer gewünscht, dass mein Computer so leicht zu bedienen ist wie mein Telefon; mein Wunsch ging in Erfüllung: Mein Telefon kann ich jetzt auch nicht mehr bedienen.“

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Egal welches Technologieprodukt Sie betrachten, sie haben alle gemeinsam, dass deren Komplexität extrem zunahm. Dieses explosionsartige Wachstum der Komplexität mit inflationären Ausmaßen stellt in meinen Augen die größte Herausforderung dar; heute wie in der nahen Zukunft. Denn damit einher wächst auch die kaum noch zu beherrschende Komplexität der Prozesse in allen Bereichen der Industrie; von der Planung, Entwicklung bis hin zur Produktion.
Das daraus resultierende Spannungsfeld aus möglichst stabilen Prozessen im Design, in der Fertigung und anderswo auf der einen Seite, kombiniert mit einer hohen und variantenreichen Produktvielfalt mit intelligenten Funktionen auf der anderen Seite konnte bislang mithilfe von embedded Softwarekomponenten geschickt gelöst werden. Unternehmen, welche diese Disziplin am geschicktesten verstehen, sind in der Regel heute auch in ihrem Marktsegment führend. Dieser Vorsprung wird aber nicht ewig halten.

Jedoch könnten die Erfahrungen aus der Integration der embedded Welt in die Produkte von Nutzen für die anstehenden Aufgaben sein. Konkret heißt das die Geschäftsmodelle, Verfahren, Prozesse und Skills auf vernetzte, intelligente Systeme auszurichten. Ein sinnvolles Mehr an Nutzen für Kunden aufzuzeigen beziehungsweise anzubieten, welches sicherlich eine weitergehende Integration von Software in alle Produktarten zur Folge hätte.
Vielleicht liegt darin die Lösung die Komplexität in den Griff zu bekommen und gleichermaßen intelligente Lösungen zu realisieren bei denen letztlich die Information der zentrale Aspekt ist. Vielleicht wäre es dann auch möglich selbst komplexeste Prozesse so einfach ablaufen zu lassen, dass es keiner Interaktion durch den Menschen benötigen würde. Produkte wären dann nicht nur außergewöhnlich gut und qualitativ hochwertig, sondern einfach genial. Das könnte man dann sogar wörtlich nehmen.


Torsten Zimmermann arbeitet an verschiedenen I 4.0 Arbeitskreisen der Industrie mit. In loser Reihenfolge beschreibt Torsten Zimmermann die Hintergründe, Entstehungsgeschichte und Lösungsansätze zu Industrie 4.0.

Der Begriff Industrie 4.0 wurde in der Forschungsunion der deutschen Bundesregierung sowie in einem gleichnamigen Projekt aus der Hightech-Strategie der Bundesregierung geboren. Er soll die Verzahnung der industriellen Produktion „mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik“ bezeichnen. Zentraler Erfolgsfaktor und wesentlicher Unterschied zu Computer Integrated Manufacturing (demzufolge Industrie 3.0 genannt) soll die Anwendung der Internettechnologien zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten sein. Cyber-physische Systeme (cyber physical systems) und das „Internet der Dinge“ (IoT – Internet of Things) bilden hierbei die technologische Basis. Die Ziele sind im Wesentlichen klassische Ziele der produzierenden Industrie wie Qualität, Kosten- und Zeiteffizienz, aber auch Ressourceneffizienz, Flexibilität, Wandlungsfähigkeit sowie Robustheit (oder Resilienz) in volatilen Märkten. Industrie 4.0 zählt zu den Kernthemen der Digitalen Agenda der Bundesregierung.

#Industrie 4.0#industrielle Revolution
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Torsten Zimmermann
Autor
Torsten Zimmermann
NUCIDA GmbH
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