20.05.2018 | IT-Beratung

Nur die Smarten überleben

Turbo für die Digitalisierung im deutschen Mittelstand

Der wirtschaftliche Kern der Bundesrepublik – der Mittelstand – droht die Digitalisierung zu
verschlafen. Viele Unternehmen dieser Kategorie empfinden es noch nicht als
Notwendigkeit, sich mit der Digitalisierung zu befassen. Sie begründen dies meist mit ihrer
gegenwärtig guten Firmensituation und Auftragslage sowie mit langjährigen
Kundenbeziehungen und sehen keinen Anlass, tiefgreifende Veränderungen anzustoßen.
Ausruhen auf den eigenen Lorbeeren ist allerdings in der gegenwärtigen digitalen Revolution
fehl am Platz. Die IT muss sich auf ihre neuen Aufgaben vorbereiten und wissen, welche
Technologietreiber es gibt und wie sich die Marktmitbegleiter in diesem Bereich aufstellen.
Denn wenn die Konkurrenz das eigene Geschäft disruptiert, ist es meist zu spät, ein neues
Business Model, einen neuen Service oder ein innovatives Produkt zu entwickeln und auf
den Markt zu bringen. Daher gilt beim Thema Digitalisierung auch für den Mittelstand: Der
frühe Vogel fängt den Wurm.

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Digitaler Darwinismus

Was haben Unternehmen mit Dinosauriern gemeinsam? Wenn sie sich nicht an die
veränderten Umwelt- und Marktbedingungen anpassen, sind auch sie vom Aussterben
bedroht. Es gilt daher, die Auswirkungen des digitalen Wandels nicht zu unterschätzen.
Tatsächlich wirbelt die Digitalisierung Geschäftsmodelle, Vertriebskonzepte, Marketing,
Service und die Kundenkommunikation durcheinander. Die Evolutionstheorie lässt sich auch
auf die digitale Ära übertragen: Wer nicht von der digitalen Konkurrenz überholt werden
möchte, muss dieser zuvorkommen. Die mittelständische Wirtschaft schöpft das Potenzial
der Digitalisierung bisher bei Weitem noch nicht aus. Etwa ein Drittel befindet sich erst am
Anfang der Digitalisierung.(1)Knapp die Hälfte der mittelständischen Unternehmen gibt
weniger als 10.000 Euro pro Jahr für Digitalisierungsprojekte, neue Technologien oder die
Verbesserung der IT-Kompetenz der Mitarbeiter aus.

Profitabler Vorteil

Bereits vor einigen Jahren stellte die Studie „The Digital Advantage“ fest, dass digitalisierte
Unternehmen etwa neun Prozent mehr Umsatz erzielen und so ihren Unternehmenswert um
zwölf Prozent steigern können.(2)Eine Investition in den digitalen Ausbau zahlt sich demnach
in jedem Fall aus. Daher ist eine individuell an das jeweilige Unternehmen angepasste
Digitalisierungsstrategie von Nöten. Für den Mittelstand kann diese Transformation nur
gelingen, wenn der Kundenfokus stärker in den Mittelpunkt rückt. In Zeiten der
Plattformökonomie wünschen sich Kunden maßgeschneiderte, individualisierte Angebote bis
zur Losgröße eins, eine große Auswahl und guten Service, der nach Nutzen, also „pay per
use“ bezahlt wird sowie smarte Integration und Konnektivität. Der Zugriff auf Produkte und
Dienstleistungen soll flexibel, unabhängig und jederzeit möglich sein. König Kunde bestimmt
den Markt so sehr wie nie zuvor.

Die Route wird gestartet

Doch wie lassen sich Digitalisierungsprozesse anstoßen? Zunächst sollten die
Verantwortlichen sich einen Überblick über die Technologietrends mit möglichen Chancen
und Risiken für den eigenen Betrieb verschaffen. Danach führt kein Weg an einer
Digitalisierungs-Roadmap vorbei: Diese wird auf Basis der ermittelten Chancen und Risiken
für das Unternehmen erstellt. Weiterhin ist es auch immer sinnvoll, eine Gap-Analyse in
Form eines „Readiness-Check“ durchzuführen und zu klären, wo das Unternehmen bereits
gut aufgestellt ist und wo Defizite liegen. Lassen sich aus dieser Analyse Maßnahmen
ableiten, müssen diese stets an die drei Komponenten Technologie, Unternehmenskultur
sowie an die Mitarbeiter adressiert werden. Dies bedeutet insbesondere den
Kompetenzaufbau und die Unterstützung der Veränderung der Mitarbeiter professionell zu
begleiten. Um die Transformation voranzutreiben, bedarf es außerdem Fach- und
Führungskräfte mit digitaler Kompetenz. Die Digitalisierung eines Unternehmens findet nie
ausschließlich in einem Bereich statt – die ganze Wertschöpfungskette muss bei der
Digitalisierung miteinbezogen werden. Damit dies erfolgreich umgesetzt werden kann,
braucht es ein Team mit entsprechender Erfahrung, das den Überblick bewahrt und die
Bereiche miteinander verknüpft. Auch unter Mittelständlern sollte daher ein
Digitalisierungsteam, das die Digitalisierungsaktivitäten koordiniert, unterstützt und treibt,
implementiert werden.

Turbolader für den deutschen Mittelstand?

Die zunehmende Digitalisierung verändert die Art, wie gearbeitet und gelebt wird, nachhaltig.
So verschwimmen die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben immer mehr, was die
Notwendigkeit von flexibleren Arbeitszeiten und wandlungsfähigem sowie selbstbestimmtem
Arbeiten unterstreicht. Ein einheitliches Konzept für alle Branchen ist aber nicht umsetzbar,
da sich die Anforderungen der jeweiligen Unternehmen zu stark unterscheidend.
Ausgangslage, Ziele und Bedürfnisse erfordern eine individuelle Betrachtung, zugeschnitten
auf den jeweiligen Betrieb, um so auch die für das Unternehmen beste Lösung zu
generieren. Bei konsequenter Umsetzung können Betriebe so erheblich von der
Digitalisierung profitieren. Das digitale Zeitalter birgt viele Chancen für Betriebe, ihre
bisherigen Prozesse zu überarbeiten. Damit lassen sich nicht nur die Produktivität und
Qualität verbessern, sondern auch erheblich Zeit und somit Geld einsparen. Neben den
Optimierungen der Prozesse bringt die Digitalisierung auch neue
Kommunikationsmöglichkeiten mit sich. Gerade bei den immer wichtiger werdenden
virtuellen Teams spielen diese eine große Rolle. Nutzen Führungskräfte die aufkommenden
Chancen und Möglichkeiten, können sie sich besser auf einem größer werdenden Markt
gegen Wettbewerber durchsetzen. Allerdings ist die immer flexibler gestaltete Arbeitswelt
anfällig für Störungen im Arbeitsfluss. Den Alltag prägen zahlreiche Unterbrechungen durch
Anrufe, das parallele Sichten von E-Mails und die Ansprache durch Kollegen. Diese
Ablenkungen stören den Workflow, was zu Unkonzentriertheit, abfallenden Leistungskurven
und verminderter Qualität führt. Auch das Arbeiten im Großraumbüro verstärkt die
Problematik. Hier sollte die Managementebene eingreifen und mit dem wachsenden Grad
der Digitalisierung die Störungen minimieren. Denn es gibt kein Zurück mehr: Um die
künftige Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, müssen Mittelständler die Digitalisierung in
Angriff nehmen.

Weitere Informationen über die Acuroc GmbH und über die AQRO GmbH unter
www.acuroc.de und www.aqro.eu

(1)(Unternehmensbefragung: Digitalisierung der Wirtschaft: breite Basis, vielfache Hemmnisse:
https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-
Unternehmensbefragung/Unternehmensbefragung-2017-%E2%80%93-Digitalisierung.pdf (2017).
(2)https://www.capgemini.com/wp-content/uploads/2017/07/The_Digital_Advantage__How_Digital_Leaders_Outperform_their_Peers_in_Every_Industry.pdf(2)(2012)

#digitale Revolution#Mittelstand#Evolutionstheorie#IT-Kompetenz#Unternehmenskultur
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Consuela Utsch
Autor
Dr. Consuela Utsch
Acuroc GmbH
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