21.03.2017 | Existenzgründung/Businessplan

Problemfelder bei der Existenzgründung

Zwei Problemfelder werden bei Insolvenzen immer wieder als Hauptursachen für die Aufgabe von Existenzen genannt:

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1. Unsachgemäße Gründungsvorbereitungen

Unternehmer werden ist nicht schwer, Unternehmer sein dagegen sehr. Diese etwas modifizierte Form eines ähnlich lautenden Sprichwortes lässt erkennen, dass neben der Etablierung gerade die Sicherung eines Unternehmens mit einem erheblichen Zeiteinsatz für den Gründer verbunden sein kann.

So ist ein Jungunternehmer in der Zeit nach der Gründung in der Regel für Einflüsse von außen - abgesehen von Kunden, Aufträgen oder Umsätzen - kaum ansprechbar. Das ist zunächst auch richtig. Dennoch darf sich der Existenzgründer keinesfalls von allen Informationseinflüssen abnabeln.

Tatsache ist auch, dass Existenzgründer in der Zeit vor dem Start nahezu die einzige Chance haben, sich zeitlich ausgiebig und umfassend zu ihrem Vorhaben zu informieren, ohne zunächst Schlagworte, wie „Umsatz machen“ zu müssen, ständig im Nacken zu haben.

Werden Informationsquellen mit ihren von EU, Bund und Ländern geförderten individuellen Beratungsangebot nicht genutzt, kann dies Folgen für den Erfolg der Existenzgründung haben. Denn nicht der schnellste Weg in die Selbstständigkeit ist der geeignete, sondern der gut vorbereitete.

2. Betriebsspezifische Ursachen

Wesentliche Probleme haben Existenzgründer mit zu schmaler Eigenkapitalbasis und chronischer Mittelknappheit, die zu ständigen Kreditüberziehungen führt. Das Eigenkapital ist entweder gar nicht vorhanden oder liegt unter 15 % der benötigten Investitionssumme.

Dadurch kann das junge Unternehmen Schwierigkeiten haben, eine längere Anlaufzeit oder eine kurzfristige Flaute zu überstehen. Häufig unterschätzen Gründer den kurz- und langfristigen Betriebsmittelbedarf, was zu Liquiditätsproblemen führen kann.

Auch hat in den letzten Jahren der Konkurrenzdruck deutlich zugenommen. Die Ertragsmöglichkeiten haben sich gleichzeitig verschlechtert, wobei die Nachfrage und damit mögliche Umsätze oftmals überschätzt werden.

Viele Gründungsvorhaben stehen deshalb vor einer schwierigen Rentabilitätssituation. Eine „Katastrophen- oder Worst-Case-Planung“ kann rechtzeitig zu sicheren Anhaltspunkten führen und die absolute Umsatzuntergrenze ermittelt. Umsatzeinbrüche, zeitweise mit Null-Euro-Umsatz und sich daraus ergebenden Konsequenzen, könnten so simuliert werden.

Als weitere Hindernisse werden von Gründern genannt:
- Probleme bei der Standortfindung und der Eignung der Geschäftsräume
- Schwierigkeiten mit dem Geschäftspartner
- familiäre und persönliche Gründe
- mangelnde Branchenerfahrung
- schlechte Zahlungsmoral von Kunden und Lieferanten
- Misstrauen gegenüber Jungunternehmern
- Ausnutzen der Unerfahrenheit

Diese Stolpersteine auf dem Weg in die Selbständigkeit können durch professionelle
Beratung und Begleitung aus dem Weg geräumt werden.

Bei Geschäftsübernahmen spielt der Übernahmepreis eine zentrale Rolle. Daher sollte sich der Erwerber Analysen zur Ermittlung der betriebswirtschaftlichen Ertragskraft über einen Zeitraum der letzten drei Jahre vorlegen lassen. Denn wird der Übernahmepreis zu hoch angesetzt, führt dies zu einer erheblichen Belastung des Gründers.

Ähnliches gilt auch bei Franchisenehmern. Zu hohe Fixkostenbelastungen erschweren dem Existenzgründer den Aufbau einer tragfähigen Existenz.

#existenzgründung#problemfelder
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Winfried Braun
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Winfried Braun
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