19.12.2017 | Personal

So ist ihre Gefährdungsbeurteilung rechtskonform.

Die Gefährdungsbeurteilung vor Aufnahme von Arbeiten und regelmäßig
wiederkehrend ist eine Pflicht von Unternehmer und Führungskräften. Sie ist im
Arbeitsschutzgesetz, einer Reihe von Verordnungen und der
Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1 geregelt.
Nachfolgend haben wir die wichtigsten Informationen dazu für Sie zusammengetragen.

iStock 622798024 => Baustelle, Arbeiter, Handwerker, Konstruktion, Teamwork
Bildquelle: © iStock.com/Drazen Lovric
1.) Gibt es eine Formerfordernis für die Gefährdungsbeurteilung?

NEIN, nicht unmittelbar. Der Gesetzgeber überlässt Ihnen die Form. Das kann auf Papier
sein oder auch in Dateiform.
Aber, für eine Überprüfung müssen Sie diese den Mitarbeitern von Behörden und
Unfallversicherungsträgern jederzeit in lesbarer und nachvollziehbarer Form vorlegen können!

2.) Gibt es bestimmte Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung?

JA, die Gewerbeaufsichtsämter und die Unfallversicherungsträger haben definiert, welchen
Anspruch sie an eine Gefährdungsbeurteilung stellen. Im Schadensfall werden sich die
Gerichte und Sachverständigen bei einer Überprüfung daran orientieren.
Gemeinsame Auffassung beider ist, dass Checklisten nicht ausreichen.*
Folgende Prozessschritte müssen an einer Gefährdungsbeurteilung erkennbar sein:
- Festlegung von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten
- Ermitteln von Gefährdungen, beispielsweise anhand von Gefährdungsfaktoren
- Beurteilung der Gefährdungen
- Festlegung konkreter Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik
- Umsetzung der Maßnahmen
- Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen
- Fortschreibung

Der LASI Leitfaden LV 59* sagt darüber hinaus, dass erkennbar sein muss, dass dieses
Dokument gelebt wird, das heißt bearbeitet und fortgeführt wird sowie der Realität entspricht.

3.) Darf jeder die Gefährdungsbeurteilung erstellen?

NEIN, der Gesetzgeber geht in nahezu allen Arbeitsschutzvorschriften davon aus, dass diese
fachkundig erstellt werden muss. Er nimmt an, dass der Arbeitgeber in der Regel nicht
fachkundig ist. Fachkundige Mitwirkung erfolgt durch die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und
Betriebsärzte. Aber deren Fachkunde alleine reicht auch nicht immer aus.

In den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) und Biostoffe (TRBA) beispielsweise sind
weitere Anforderungen an die Fachkunde definiert. KUECK Industries Ltd. erfüllt in der Regel
diese Anforderungen.
Es ist aber auch einhellige Rechtsauffassung, dass die Gefährdungsbeurteilung wegen der
Fachkunde Teamarbeit ist. An diesem Team sollten beteiligt sein:
- der/die jeweilige Führungskraft
- der/die Sicherheitsbeauftragte aus dem Bereich
- der/die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der/die Betriebsarzt/-ärztin
- Mitarbeiter/innen aus dem Bereich
- ggf. weitere Experten wie Instandsetzung und andere.

Quellen *: Leitlinie Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation, BAuA, Berlin 2015; DGUV Regel 100-001 Grundsätze der Prävention, DGUV, Dresden 2016; LASI – Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik, Leitfaden LV 59 Handlungsanleitung zur Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung, Düsseldorf 2017

#Gefährdungsbeurteilung#Arbeitsschutzgesetz#Unfallverhütungsvorschrift#LASI Leitfaden LV 59#Schutzmaßnahmen#Arbeitssicherheit
Jetzt teilen auf:
Holger Kück
Autor
Holger Kück
KUECK Industries Ltd.
Profil anzeigen ›
Vorheriger ArtikelNächster Artikel