09.10.2017 | Unternehmensnachfolge

Unternehmenskauf als strategische Maßnahme – Teil 1

Nicht nur Heuschrecken kaufen Unternehmen - 3 gute Gründe für mittelständische Unternehmer strategisch in Unternehmenskäufe zu investieren

Im ersten Teil geht der Autor Holger Reichert von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten der Frage nach warum es jetzt sehr sinnvoll ist, als Unternehmer strategisch in den Kauf von Unternehmen zu investieren.

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Wir beobachten seit geraumer Zeit Trends, die allein genommen unternehmerisch zu bewältigen wären, zusammen genommen jedoch hoch-brisant für Unternehmer sind, die mit ihren Unternehmen ausschließlich auf organisches Wachstum setzen

1. Ein Megatrend: Der demografischer Wandel

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts sprechen eine deutliche Sprache: Die seit Mitte der 1970er-Jahre anhaltend niedrigen Geburtenziffern und die beständig steigende Lebenserwartung haben zu einer drastischen Veränderung des Größenverhältnisses zwischen den Generationen geführt. Der Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung reduzierte sich zwischen 1960 und 2011 von 28,4 auf 18,2 Prozent. Parallel stieg der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter waren, von 17,4 auf 26,6 Prozent.

Perspektivisch bedeutet diese Entwicklung für die Zukunft die folgenden Verhältnisse: Der Anteil der unter 20- Jährigen wird zwischen 2011 und 2060 von 18,2 auf 15,7 Prozent zurückgehen, der Anteil der Personen, die 60 Jahre oder älter sind, wird hingegen von 26,6 auf 39,2 Prozent anwachsen. Die Bevölkerungszahl verringert sich bei dieser Variante bis zum Jahr 2060 von derzeit 81,8 auf 70,1 Millionen.
(Quelle: Statistisches Bundesamt: www.destatis.de, Online-Datenbank, 10. und 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Bevölkerung Deutschlands bis 2050, Bevölkerung Deutschlands bis 2060 Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de Bundeszentrale für politische Bildung, 2012, www.bpb.de)

Das bedeutet schlicht, dass die Zahl potentiell zur Mitarbeit in Unternehmen nach-kommenden Menschen weiter fällt und damit Möglichkeiten organischen, unternehmerischen Wachstums stetig weniger werden.

2. Die ökonomischen Möglichkeiten: Wohin mit dem Geld?

Das anhaltend niedrige Zinsniveau im Euro-Raum ist ein weiterer Treiber für Investitionsdruck in Unternehmen. Erfolgreiche Finanzprodukte der Vergangenheit sind genau dies: Vergangenheit. Noch vermag niemand zu sagen welche langfristigen Auswirkungen die Zinspolitik im Euro-Raum haben wird. Gleichwohl ist der Run auf Immobilien ein deutlicher Indikator für die veränderten Investitionsbedingungen.
Der Erwerb eines gesunden, am Markt etablierten Unternehmens kann unter den aktuellen Bedingungen eine nachhaltig interessante und wertschöpfende Investition sein.

3. Größe, Größe, Größe: Märkte verändern sich weiter in Richtung integrierter Geschäftsmodelle

Kunden erwarten Größe. Die zunehmende Komplexität globaler Märkte und rechtlicher Rahmenbedingungen zwingen Unternehmen zum Handeln. Begrenzte Kapazitäten auf verschiedenen Ebenen lassen Unternehmen Kooperationen eingehen und fusionieren.
Kunden erwarten regionale Nähe, Dienstleistungen aus einer Hand. Die Portallösungen des Internets lassen immer höhere Bequemlichkeits-Erwartungen bei Kunden entstehen und erfordern für einzelne Produktanbieter eine Abwicklungslogistik, die selten aus eigener Kraft zu bewältigen ist.
Die gewaltigen Marketing-Budgets der „Großen“ schaffen eine Wahrnehmung für Produkte und Dienstleistungen die kleine, mittelständische Unternehmen selten mit ihren Mitteln für sich generieren können. Dieser Trend ist kaum zu übersehen.

Die Change: Verkaufsangebote zuhauf

Bis zum Jahr 2017 planen 580.000 Inhaber mittelständischer Unternehmen eine Übergabe oder den Verkauf ihres Unternehmens. Das sind ca. 16% des gesamten Mittelstandes. (Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2014)

Wie so oft ergeben sich in den Zeiten des Wandels - bedingt durch die beschriebenen Veränderungen der Märkte - Chancen gezielt und strategisch zu agieren.
Dadurch, dass interne Nachfolgelösungen leider oft nicht möglich sind, ist eine Übergabe an einen externen Erwerber in vielen Fällen alternativlos – möchte man sein Lebenswerk nicht einfach beerdigen.
Hier kommen all die Unternehmen ins Spiel, die sich zu einem Zusammenschluss, einer Erweiterung und/ oder Diversifizierung durch Kauf eines anderen Unternehmens entschließen, anstatt aus eigener Kraft versuchen zu wachsen.

Die Antwort: Marktposition durch Käufe festigen

Ist ein Unternehmer soweit überzeugt, dass er die Chancen eines Unternehmenskaufs für sich erkennen kann, geht es „nur“ noch um die Frage „Wie setze ich so einen Schritt um?“ An dieser Stelle kommen Nachfolgespezialisten wie Johannes Wolters und Holger Reichert ins Bild, die als Begleiter den gesamten Prozess eines Unternehmenskaufs unterstützen.

Welche Aspekte aus der Erfahrung solcher Projekte zu beachten sind erfahren Sie in im zweiten Teil dieses Beitrags. Dann diskutiert der Autor mit einem Kollegen von K.E.R.N – Nachfolgespezialisten wichtige Schritte einer strategischen Investition aus der Sicht von potentiellen Kaufinteressenten bzw. Übergebern.

#Unternehmenskauf#Unternehmensnachfolge#Unternehmensverkauf#Diversifizierung#demografischer Wandel
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Holger Reichert
Autor
Holger Reichert
K.E.R.N - Die Nachfolgespezialisten
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