13.02.2018 | Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Wie viel soziale Verantwortung übernehmen Unternehmen wirklich?

Bei der praktischen Umsetzung unternehmenseigener Standards gibt es in vielen Unternehmen häufig Mängel. In diesem Zusammenhang hört und liest man immer öfter Corporate Social Responsibility (CSR). Aber was genau bedeutet das?

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Vor kurzem bin ich von einem Kunden auf CSR angesprochen worden. Der Grund: Er hatte ein Gespräch mitgehört in dem es um das Thema Corporate Social Responsibility ging. Es wurde gesagt, dass Betriebliches Gesundheitsmanagement ein wesentlicher Teil von CSR ist. Nun wollte er von mir wissen wie das zusammenhängt. Übersetzt heißt Corporate Social Responsibility: „Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung auf freiwilliger Basis“. Aber was heißt das denn in der Praxis?

Ich will das mal anhand des Drei-Säulen-Modells „Triple Bottom Line“ (People, Planet, Profit) erklären. Diese drei Säulen bedingen sich gegenseitig. Zur individuellen Gesundheit (People) und zur kollektiven Gesundheit (Planet), kommt die Gesundheit des Unternehmens (Profit) im Sinne von Stabilität. Und da haben wir ihn schon, den Zusammenhang CSR und BGM: Die Säule People! Und das will ich mal etwas detaillierter erklären:

Zu CSR gehört auch, sich um die körperliche und geistige Gesundheit seiner Mitarbeiter zu kümmern. Arbeitsbedingungen, Führungskultur, Betriebliches Gesundheitsmanagement, interne Kommunikation etc. sind keine unternehmensinternen Angelegenheiten mehr. Siehe z.B. Kununu – hier werden Arbeitsgeber öffentlich bewertet.

Ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter sowohl bei einer akuten Erkrankung mit einem betrieblichen Eingliederungsmanagement unterstützt als auch präventiv dafür sorgt, dass die Mitarbeiter im besten Fall erst gar nicht krank werden, stärkt sein Image in der Öffentlichkeit. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist gesetzlich vorgeschrieben. Dazu ist also jeder Arbeitgeber verpflichtet. Die Prävention hingegen ist eine freiwillige Leistung des Unternehmens. Beides gehört zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Mit dieser freiwilligen Leistung verschafft sich das Unternehmen im Hinblick auf den Rekrutierungsprozess und die Mitarbeiterbindung einen deutlichen Vorteil auf dem Markt.

Hinter dem Begriff betriebliches Gesundheitsmanagement stecken alle Strukturen und Prozesse in einem Unternehmen, die mit gesundheitsfördernden Maßnahmen in Bezug auf Arbeit, Organisation und Verhalten am Arbeitsplatz zusammenhängen. Von einem ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagement profitieren die Unternehmen und die Mitarbeiter gleichermaßen. Durch gesunde und motivierte Mitarbeiter steigt die Qualität der Produkte und/oder Dienstleistungen, die Leistungsfähigkeit, die Produktivität und die Innovationsfähigkeit. Ein weiterer Vorteil: Die Mitarbeiter erzählen ihre positiven Erfahrungen weiter und stärken damit die Arbeitgebermarke des Unternehmens.

Bei der Zielgruppe der Nachwuchskräfte steht der Fokus nicht mehr auf Karriere und Einkommen. Diese Zielgruppe erwartet von einem Arbeitgeber Lösungsansätze, die ihn bei Erhaltung seiner Gesundheit unterstützen und eine ausgewogene Work-Life-Balance.

Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist die Verbreitung jedoch deutlich zurückhaltender als in Großbetrieben. Es könnten demnach sehr viel mehr Unternehmen sein, die die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern und dabei noch einen messbaren ökonomischen Nutzen erzielen. Vor dem Aufwand muss sich kein Betrieb fürchten: Ein erfolgreiches BGM kann jedes Unternehmen mit einfachen, unkomplizierten und zielgenauen Methoden und Maßnahmen umsetzen.

#Nachhaltigkeit#Gesundheitsmanagement#Führungskultur#Mitarbeiterführung#Gesundheit
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Susanne Lücke
Autor
Susanne Lücke
Mut zur Lücke - Betriebl. Gesundheitsmanagement, Consulting, Training
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